Körperwelten – Anatomie des Glücks

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10. Klassen besuchen Körperwelten-Ausstellung in Heidelberg

Am 18. Januar wurde eine freiwillige Tagesfahrt für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 zum "KÖRPERWELTEN Museum- Anatomie des Glücks" in Heidelberg angeboten. Begleitet wurden sie neben drei Vertretern der Fachschaft Biologie, Frau Weimann, Frau Voss und Herrn Backes, auch von einer Vertreterin der Schulseelsorge und Fachschaft Religion, Frau Sonnen.

Die Ausstellung informierte durch die Betrachtung echter menschlicher Körper über Anatomie, Physiologie und Gesundheit. Die ausgestellten Präparate wurden durch Plastination konserviert, sodass ein authentisches Studium des menschlichen Körpers stattfinden konnte. Ein Fragebogen, welcher der biologischen Erkundung diente, leitete die Schüler durch die einzelnen Bereiche der Ausstellung und beschäftigte sich mit Inhalten wie Skelett-, Muskel-, Nervensystem, Atmungsorgane, Herz-Kreislauf-System, Verdauungstrakt und Ausscheidungsorgane, Fortpflanzungsorgane und vorgeburtliche Entwicklung.

Daneben erhielten die Schüler auch einen Rückmeldebogen, in dem sie die Möglichkeit hatten, ihre Empfindungen und Eindrücke festzuhalten. Einige Fragen und Antworten dazu befinden sich hier:

Welcher Teil der Ausstellung hat dich am meisten (positiv/negativ) bewegt?

Es war toll zu sehen, wie komplex der menschliche Körper ist. Auch war interessant, wie verschiedene Organe bei Gesundheit und Krankheit aussehen oder wie sich beispielsweise die Muskeln beim Basketballspielen verhalten. (N.)

Der Teil der Ausstellung, in dem man die verschiedenen Stadien einer Schwangerschaft sehen kann, hat mich am meisten bewegt. Ich denke, es war eher positiv, da ich daraus gelernt habe, dass ich niemals ein Kind abtreiben würde. (K.)

Am meisten hat mich die schwangere Frau bewegt und der Gedanke, dass durch ihren Tod ihre werdende Familie zerstört wurde und dass ihr Kind somit keine Chance hatte zu leben. (J.)

Ich fand es interessant, welche Auswirkungen gewisse Krankheiten (z.B. Alzheimer) auf den Körper haben. (T.)

Am meisten negativ bewegt haben mich die schwangere Frau und die anderen Babys. Es war zwar interessant zu sehen, wie das Baby im Körper liegt, jedoch fand ich es ziemlich traurig, die anderen Babys im Glaskasten liegen zu sehen und zu wissen, dass es keine Puppen, sondern echte Menschen waren. (A.)

Positiv fand ich, sich zu hinterfragen, wie man im Leben selbst glücklich wird und was man im Leben erreichen möchte. (E.)

Der Teil mit den Embryos hat mich am meisten bewegt, weil die anderen Menschen, bevor sie ausgestellt wurden, noch ein eigenes Leben hatten und selbst entscheiden konnten, ob sie ausgestellt werden wollen. Die Embryos hingegen konnten nicht leben. (S.)

Auch interessant fand ich die Krankheiten (z. B. Hirnschlag) und auch die Schäden z. B. Raucherlunge), welche wir uns selbst zufügen. (L.)

Wenn man noch nicht dort war, kann man sich gar nicht vorstellen, wie ein Mensch von innen aussieht. (A.)

Nachdem du die Ausstellung gesehen hast: Würdest du sie weiterempfehlen? Begründe.

Es war sehr beeindruckend, jedes noch so kleine Organ etc. im Körper eines verstorbenen Menschen zu sehen. Man lernt seinen Körper besser kennen. (C.)

Ich würde die Ausstellung weiterempfehlen, da sie zeigt, wie Körperteile miteinander verbunden sind und wie sie aussehen und arbeiten. Außerdem zeigt sie, wie sich einzelne Handlungen auf unseren Körper auswirken, z. B. Lungenkrebs. (K.)

Zu sehen, wie die Blutgefäße verlaufen, hat in der Ausstellung eine ganz andere Wirkung, als das nur auf Bildern zu sehen. (S.)

Ja, ich würde sie weiterempfehlen, weil einem dadurch zu verstehen gegeben wird, wie viel unser Körper jeden Tag leistet. (C.)

Sie ist interessant für jeden, der wissen möchte, woraus sein eigener Körper besteht. (R.)

Die christlichen Kirchen stehen der Ausstellung sehr kritisch gegenüber. Sie wird als Tabubruch bewertet, da die Menschen zu Kunstwerken verarbeitet werden. Es wird befürchtet, dass die Ehrfurcht vor dem Leben Schaden nehmen könnte. Nimm Stellung dazu.

Einerseits kann ich die Position der Kirchen verstehen, da die Menschen ja schon zu Kunstwerken verarbeitet werden. Sie werden nach dem Tod nicht so behandelt, wie man es normalerweise mit Toten macht, doch andererseits haben die Menschen sich bereit erklärt. (L.)

Ich persönlich würde das in keinster Weise als Kunstwerk ansehen, sondern lediglich als Bildungsmöglichkeit. Da die Menschen sich dazu bereit erklärt haben, kann ich dem Punkt mit der Würde ebenfalls nicht zustimmen. (W.)

Der Tod ist nicht das Gegenteil von Leben, der Tod ist nur die Abwesenheit vom Leben. Also nach dem Tod verlässt die Seele den Körper und der Körper wird auf der Erde als unbewohntes Zuhause da gelassen. Also kann man damit alles machen. Aber es gilt auch noch Respekt gegenüber der Person, die ein ganzes Leben in diesem Körper gelebt hat. Trotzdem bin ich der Meinung, dass in dieser Ausstellung die Würde des Menschen nicht beschädigt wird, da diese Körper kein Kunstwerke sondern Wissenschaftsobjekte sind. (J.)

Ich kann verstehen, wieso die Ausstellung so kritisch gesehen wird, allerdings finde ich auch, dass sie den Respekt vor dem Leben erhöht, da man versteht, wie komplex die einzelnen Teile des Körpers sind und wie unglaublich das Leben ist. (T.)

Diese Aussagen der Schüler zeigen, dass der Besuch der Körperwelten für die Schüler und die Begleitpersonen eine beeindruckende Erfahrung war. Die Ausstellung hat neben den biologischen Erkenntnissen auch zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und der Vergänglichkeit beigetragen.

 

  Heike Sonnen     Manuel Backes